Von Gold keine Spur - aber ein tolles Material!
Nordisches GoldFür einen Feingoldgehalt von 0,00 % ist die Bezeichnung für diese beliebte Münzlegierung wahrscheinlich der klangvollste Name, den eine Messingsorte je bekommen hat. Nicht zu Unrecht, wie ich meine. Zuerst mit Erfolg für eine schwedische Kronenmünze eingeführt, enthält die Legierung etwa 89 % Kupfer, 5 % Zink, 1 % Zinn – und als Besonderheit für Messingarten ungefähr 5 % Aluminium. Das trägt wohl zu den günstigen Eigenschaften bei.
Nordisches Gold lässt sich hervorragend bearbeiten, (kalt) schmieden, sägen, schleifen und auf einen feurigen Hochglanz polieren, so wie Gold. Dann sieht es Gold zum Verwechseln ähnlich. Es läuft weniger stark und für meinen Geschmack schöner an als Messing, das mit der Zeit gerne schwärzlich und unansehnlich wird. Es löst so gut wie nie Allergien aus, bleibt oberflächlich keimarm und ist vor allem nicht nur hübsch, sondern rundum ein bewährtes, hartes und strapazierfähiges, pflegeleichtes Münz- und auch Schmuckmetall – ein „Arbeitstier“ unter den Nichteisenlegierungen.
Den einzigen Nachteil, der mir einfällt, haben alle Buntmetalle – so heißen die Kupferlegierungen –: sie färben, je nach Hauttyp, mehr oder weniger stark grün ab. Das lässt sich durch eine geeignete Lackierung und/oder ein dünnes Silberblech auf der Rückseite leicht verhindern.
Und das Aluminium? Ja, Aluminium gilt – schulmedizinisch wie energetisch – nicht gerade als das Gelbe vom Ei, das habe ich durchaus auf dem Schirm. Die medizinischen Bedenken betreffen aber mehr die Aluminiumverbindungen (positiv geladene Ionen), weniger die metallische Form; sonst wäre Alufolie kaum so lange ein Alltagsmaterial geblieben. Ich kenne Nordisches Gold seit Langem, trage es selbst gerne und habe bezüglich dieser fünf Prozent keine Vorbehalte. Sollte Ihnen doch einmal ein ernsthafter Hinweis begegnen, würde mich das sehr interessieren – ich habe bislang keinen gefunden.
Weil Nordisches Gold ein Münzmetall ist und man manchen Stücken die Münze noch ansieht, werde ich zwei Dinge immer wieder gefragt. Zum einen, ob das überhaupt erlaubt ist – und ja, aus Münzen Schmuck zu machen ist es. Mit seinen Geldmünzen kann man verfahren, wie man will. Jedenfalls derzeit hier in Deutschland, das könnte anderswo anders sein.
Zum anderen die feinere Frage nach der Schwingung. Geld gilt manchen Menschen als energetisch belastet – gekoppelt an alles andere Geld der Welt und damit an einiges, das man nicht unbedingt am Körper tragen möchte. Ich nehme das durchaus ernst. Nur: Ein Schmuckstück ist kein Geld. Was ein Stück Metall (oder Papier) überhaupt erst zu Geld macht, ist allein seine Eigenschaft als offizielles Zahlungsmittel – und genau die nimmt ihm der Akt der Gestaltung restlos und unwiderruflich. Was kein Geld ist, trägt auch nicht die Schwingung von Geld. Man könnte den Vorgang auch als kleine Verwandlung lesen, vom Zahlungsmittel in etwas, dessen Wert in seiner Schönheit liegt.